Geschichte

Im Frankfurt der 70-er Jahre fanden sich auf Initiative ärztlicher Kolleg*innen in Facharztausbildung einige renommierte Psychoanalytiker des Sigmund-Freud-Instituts (SFI) bereit, ein Ausbildungscurriculum für psychoanalytische Psychotherapie auszuarbeiten. Erstmals 1967 waren zur Behandlung von Menschen mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen psychotherapeutische Behandlungen (Richtlinienpsychotherapie) in das kassenärztliche Versorgungssystem aufgenommen worden. So entstand die „Arbeitsgemeinschaft für die Weiterbildung der Ärzte zum Erwerb des Zusatztitels Psychotherapie e.V.“. Federführend waren Prof. Dr. Stavros Mentzos, Dr. Dieter Becker, Dr. Janos Paal, Dr. René Fischer und Dr. Helmut Luft, allesamt Ärzte und Lehranalytiker der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung e.V. (DPV). Der Abschluss des Curriculums wurde von der Landesärztekammer anerkannt und berechtigte anfangs sowohl dazu, analytische Psychotherapie als auch tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie im Rahmen der kassenärztlichen Versorgung anzubieten.

1979 absolvierten die ersten Kandidat*innen ihre Abschlusskolloquien, die im Rahmen dieser Weiterbildung enge persönliche und berufliche Verbindungen entwickelt hatten. Sie gründeten gemeinsam einen Arbeitskreis, zunächst mit dem Namen „FAAP – Frankfurter Arbeitskreis Analytische Psychotherapie“. Sie fanden sich zusammen, um spezifisch psychoanalytisch-psychotherapeutische Fortbildung für die Mitglieder zu organisieren und ihrem berufspolitischen Engagement einen Rahmen zu geben. Ohne Anbindung an ein Institut ließ sich auf diese Weise der berufliche und persönliche Austausch fördern. Für viele Mitglieder der ersten Jahre war der FAAP (1983 in FAPP umbenannt) ein wichtiger Ort der Entwicklung und Orientierung. Auch in Beziehung zu anderen lokalen Initiativen trug der FAAP zur Herausbildung einer beruflichen Identität als ärztliche tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapeutinnen bei.

Die Suche nach einem eigenen Weg zwischen intensiver Verbindung mit und gleichzeitig Abgrenzung von der Psychoanalyse war wichtiger Bestandteil der Diskussionen und Reflexionen im Kolleg*innenkreis des FAAP. Längere Zeit standen auch Fragestellungen in Bezug auf die spezifisch ärztliche Psychotherapie im Fokus des FAPP. Fachärztinnen verschiedener Gebiete (Allgemeinmedizin, Psychiatrie, Innere, Gynäkologie u.a.) suchten Kooperation und Austausch zur Bearbeitung psychosomatischer Fragestellungen. Hier bereicherte das Zusammenwirken der unterschiedlichen Sichtweisen die Behandlungskompetenz der Mitglieder.

2020 öffnete sich der FAPP der Aufnahme Psychologischer Psychotherapeut*innen und 2022 für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen. Grundlage der Zusammenarbeit bleibt weiterhin die tiefenpsychologisch fundierte Ausrichtung auf psychoanalytischer Grundlage.

Bis heute bietet der FAPP seinen Mitgliedern Vernetzungs- und Austauschmöglichkeiten im direkten persönlichen Kontakt sowie anregende, fachlich hochwertige Fortbildungsabende. Wir begrüßen lebendige Diskussionen und Begegnungen auf Augenhöhe und freuen uns stets, neue Mitglieder bei uns zu begrüßen.